Solidarity Park

Memorial campaign for International Brigadistas of the Ciudad de Barcelona

Solidarity Park Street Art Projekt in Köln, Deutschland

Leonie Meyer

Solidarity Park Street Art Projekt, mit SchülerInnen der Klasse 9c des Herder Gmynasium Köln, Deutschland

 Conny Dahmen  – Kunstlehrerin

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Die SchülerInnen wurden zunächst mit dem Solidarity-Park- Projekt bekannt gemacht, unter anderem mit einem kurzen Video, das der Künstler Rob MacDonald eigens für uns erstellt hatte. Danach haben wir uns inhaltlich vor allem auf den Charakter des Spanischen Bürgerkriegs, die International Brigaden und die Ereignisse rund um die “Ciudad de Barcelona” konzentriert, das gesunkene Schiff, welches im Zentrum des Solidarity-Park-Projektes steht. Ein besonderer Schwerpunkt lag hierbei in der Biographie von Willy Remmel, ein Überlebender der Schiffskatastrophe aus Köln, und “unser Brigadist”.

Willy Remmels Neffe Herbert Remmel lieferte uns dazu Informationen zu seinem Leben in und außerhalb von Köln; Peter Bach von der Geschichtswerkstatt Mülheim half uns mit Detailwissen über sein Stadtviertel und seinem ehemals wichtigsten Produktionsbetrieb KHD, wo Willy ( unter anderem ) gearbeitet hatte.

Willy Remmel (1906 –1970) war ein deutscher Antifaschist und Gewerkschafter, geboren und aufgewachsen in Mülheim, eienm Kölner Stadtviertel am rechten Ufer des Rheins. Er überlebte den Untergang der Ciudad de Barcelona, indem er an die Küste vor Malgrat de Mar schwamm. Er war ein guter Schwimmer seit seiner Kindheit, als er Mitglied im lokalen Schwimmverein wurde.

Nachdem er die Schule abgeschlossen hatte wurde er Arbeiter wie seine Eltern und ein sehr aktives Mitglied der Kommunistischen Partei. Er engagierte sich für seine Kollegen und seine Ideen auch in Mülheims größtem Arbeitsplatz Klöckner Humboldt Deutz, einer riesigen Motoren-und Wagenfabrik mit 20 000 Beschäftigten zu ihren Hochzeiten.

Er reiste mit dem Schiff Ciudad de Barcelona und kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg in der Thälmann Brigade. Dort wurde Willy als Amateurgeiger Teil einer kleinen Band, dem Huete Orchestra, die Arbeiterlieder spielte. Ihm wurde auch ein großes Talent als Tänzer nachgesagt.

Er verliebte sich in eine Krankenpflegerin der Brigaden aus Neuseeland, konnte ihr aber leider nicht in die Heimat folgen. Zurück in Deutschland kämpfte er weiter gegen das Nazi-Regime, wurde verhaftet, aus dem Gefängnis  ins Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht und überlebte. Nach Kriegsende lebte und starb er in der DDR.

Eine beliebte, aber unbewiesene Anekdote über Willy erzählte man sich damals in Mülheim: als eines Tages im Zuge einer Wahlkampagne ein NSDAP-Propagandawagen mit Megaphon die Deutz-Mülheimer-Straße rauf und runter fuhr, lief Willy mit einem Freund auf die Mülheimer Brücke. Dort ließen sie eine Mülltonne herabfallen, die den Wagen so stark beschädigte, dass er nicht mehr weiterfahren konnte.

Mit all diesen Informationen über Willys Leben und den Untergang der Ciudad de Barcelona begannen die SchülerInnen der Klasse 9c, Entwürfe für die Bullaugen des Solidarity-Park-Denkmals zu entwickeln. Für ihre Zeichnungen verwendeten sie verschiedene Zeichengründe und Zeichenmittel, wie Tintenstifte, Bleistifte, Kreide oder Kohle. Auf Grundlage ihrer Zeichnungen gestalteten die SchülerInnen Graffitti-Stencils ( Sprühschablonen ), um temporäre Bilder an öffentlichen Orten hinterlassen zu können.

Gesprüht haben wir mit Kreidespray, das nach einigen Wochen vom Regen wieder weggewaschen wird. Um auch einige beständigere Graffittis hinterlassen zu können,  hatten wir die Erlaubnis, an den Außenwänden des Gebäude 9 zu arbeiten, einem Club, der sich in einem der alten Fabrikgebäude von KHD befindet.

Die Bildmotive der SchülerInnen unterscheiden sich stark, da einige eine Szene des Schiffsuntergangs oder aus dem Leben von Willy Remmel darstellen wollten, andere wiederum symbolische, manchmal abstrakte Bilder gestalteten.

Unsere Schule liegt in der Nähe des Stadtviertels Mülheim, so dass wir ohne Schwierigkeiten einen Rundgang machen und verschiedene Orte besuchen konnten, an denen Willy Remmel sich oft aufgehalten hatte.

Wir verbrachten lnage Zeit unter der Mülheimer Brücke, wo Willy am nahen Kohlplatz, dem Bootsanlegeplatz des “Müllemer Böotche”, sein Schwimmtraining zu beginnen pflegte. Der Fluss ist wegen seiner starken und unberechnbaren Strömungen recht gefährlich und schwer zu überqueren, er muss also wirklich ein sehr erfahrener Schwimmer gewesen sein, was ihm offenbar bei dem Schiffsuntergang zugute kam.

BILDER

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  • Tor 1 bei KHD, wo Willy Remmel nach Feierabend auf eine Straßenlaterne zu klettern und für seine Kollegen lange, flammende Reden zu halten pflegte                       IMG_0744
  • Am Gebäude 9, ehemaliges KHD-Gelände

 

under the brodge, close to the river Rhein

  • Der Ort unter der Mülheimer Brücke, wo Willy angeblich den NSDAP- Propagandawagen beschädigt hat

 

  • eine vollständige Bildergallerie unter “Gallery

 

  • Wenn du auch mit deinen SchülerInnen an diesem Projekt teilnehmen möchtest – Klick hier für weitere Informationen oder schicke eine Mail

Schüler*innen machen mit beim Solidarity – Park – Projekt

Gallery of Art from students of Herder Gmynasium Köln

All Art Gallery

 

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